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Heureka Geistesblitze in der Wissenschaft.
Ampère
(1775-1836, Mathematiker, Physiker, Naturforscher)
„Am 27. April 1802 stieß ich einen hellen Freudenschrei aus. Sieben Jahre zuvor hatte ich mir eine Aufgabe gestellt,
die ich nicht sofort lösen konnte, für die ich aber durch Zufall eine Lösung fand. Ich wußte zwar, dass
sie richtig war, konnte sie aber nicht beweisen. Die Sache ging mir immer wieder durch den Kopf, und wohl zwanzigmal habe ich
nach einer Lösung gesucht, aber vergebens. Tagelang schleppte ich den Gedanken mit mir herum, und schließlich, ich
weiß nicht wie, hatte ich sie und mit ihr eine Menge neuartiger Überlegungen über die Wahrscheinlichkeitstheorie.
Da ich glaube, dass es in Frankreich nur wenige Mathematiker gibt, die dieses Problem schneller lösen können, hege
ich keine Zweifel, dass eine kurze Veröffentlichung darüber ein gutes Mittel ist, um zu einem Lehrauftrag für
Mathematik zu kommen.“
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Anders Björk
(geb. 1998, Ideenjäger)
„Ich schrieb gerade an einem Artikel über multiple Persönlichkeiten. Und fragte mich, wann ich zu den anderen,
absolut unaufschiebbaren Dingen kommen würde, die ich außerdem noch zu erledigen hatte. Und plötzlich stand
meine Idee völlig klar vor mir: wenn ein Unterbewusstsein es schafft, mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig zu emulieren,
dann kann es auch über mehrere Probleme zur gleichen Zeit nachdenken. Das war die Geburtsstunde von Simultan Thinking©.“
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Archimedes
(ca. 287-212 v. Chr., Mathematiker, Ingenieur).
Von Archimedes berichtet Plutarch, dass er, als er in eine übervolle Badewanne stieg, und diese überlief, das Prinzip
des Auftriebs (Hydrostatik) entdeckt haben soll. Er soll so begeistert über die Entdeckung gewesen sein, dass er spontan
aus der Wanne sprang, mehrfach „Heureka!“ (Ich habs!) rief und dann nackt und aufgeregt durch die Straßen
von Syrakus gelaufen sein soll, ohne auf die anderen Menschen zu achten.
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Gauß
(1777-1855, Mathematiker)
„Meine Ergebnisse habe ich schon, ich weiß nur noch nicht, auf welchem Wege ich zu ihnen gelangen werde.“
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Hadamard
(1865-1963, Mathematiker)
„Eine Erscheinung gibt es sicher, und ich bürge für ihre absolute Gewissheit: Das plötzliche und unvermittelte
Auftauchen einer Lösung im Augenblick des Erwachens. Als ich einmal durch ein Geräusch abrupt geweckt wurde, kam mir
spontan, ohne dass ich auch nur einen Augenblick darüber nachgedacht hätte, eine Lösung, nach der ich schon seit
langem suchte diese Tatsache war so eindrucksvoll, dass sie mir unvergeßlich blieb und die in einer ganz
anderen Richtung lag als alles, auf das ich in meinen Versuchen hingearbeitet hatte.“
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Kekulé
(1829-1896, Chemiker)
1890: „Lernen wir träumen, meine Herren, dann finden wir vielleicht die Wahrheit - aber hüten wir uns, unsere
Träume zu veröffentlichen, ehe sie durch den wachen Verstand geprüft worden sind.“
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Robert Mayer
(1814-1878, Arzt, Naturforscher)
„Dieser Durchschnittsmediziner Mayer, der niemals einen regulären Unterricht in der Physik genossen hatte, wurde
als 26-jähriger zum Entdecker des Gesetzes der Erhaltung der Energie und der Verwandelbarkeit der Naturkräfte (als
bloßer Erscheinungsformen der Energie) ineinander. Mitten auf einer Seereise als Schiffsarzt, während deren er ohne
jede intensivere geistige Beschäftigung, ein geradezu inhaltsarmseliges Tagebuch führend, sozusagen animalisch dahinlebte,
ließ der (vermeintliche!) Anblick besonders hellroten Blutes beim Aderlass von Matrosen in Surabaja in ihm die Eingebung
aufblitzen, dass chemische Verbrennung, Wärme und mechanische Arbeit in einem gesetzmäßigen Zusammenhang miteinander
stünden. Mayer ist durch diesen Einfall nach seinem eigenen Zeugnis in einen wahrhaft ekstatischen Zustand geraten, er
fühlte sich 'inspiriert', kümmerte sich überhaupt nicht weiter um die packende tropische Welt, die kennenzulernen
er doch seine Reise unternommen hatte, sondern vergrub sich an Bord seines vor Anker liegenden Schiffes in seine Idee. Seine
unzulänglichen Vorkenntnisse in der Physik führten ihn nun bei dem Versuch, diese Idee zu beweisen, zunächst
in ein wahres Gestrüpp von Irrtümern und Fehlschlüssen, und erst nach fast zwei Jahren hatte seine Abhandlung,
wenngleich noch mit groben Beweisschnitzern behaftet, immerhin eine Beweiskraft, dass sie des Chemikers Liebig Aufmerksamkeit
zu erregen wusste. Obwohl Mayer seine wissenschaftlichen Bildungslücken immer fleissiger füllte, teils durch mathematischen
Privatunterricht, teils durch briefliche und mündliche Befragungen von naturwissenschaftlichen Fachleuten, ist er der Versuchung,
Unbewiesenes, Phantastisches, Spekulatives in seine Gedankengänge zu verflechten, niemals Herr geworden, und dies war es
in erster Linie, was einen großen und strengen Naturforscher wie Helmholtz zeitlebens an der Anerkennung Mayers als eines
Ebenbürtigen hinderte. Mitschuld an dieser Neigung trug wohl Mayers pathologische Wesensnote deren krasse Ausbrüche
(er musste wiederholt eine geschlossene Anstalt aufsuchen) man fälschlich der Aufregung über die Missachtung seiner
Entdeckung zugeschrieben hat. Robert Mayer hatte nicht mit größerer Verständnislosigkeit zu kämpfen, als
die meisten Bahnbrecher. Er hat, wenn auch nach langer Wartezeit, den vollen Ruhm des großen Entdeckers noch erlebt, großartige
Ehrungen empfangen, und selbst Helmholtz hat schließlich die unbedingte Priorität Mayers in Fragen des Energiegesetzes
rückhaltlos anerkannt. Aber Mayer war eben in seiner Anlage ein gemütskrankhaftes Naturell, ein ‚Manisch-Depressiver‘,
wie wir es heute nennen, er wurde immer wieder von Anfällen bald exzentrisch gehobener, bald verzweifelt gedrückter
Stimmung heimgesucht; die anfängliche Verkennung hat gewiss seine Reizbarkeit gesteigert, geschaffen hat sie sein krankhaftes
Naturell nicht. Ein (ihm sehr wohlwollender) Biograph spricht davon, dass noch in seinem Hauptwerk die große Entdeckung
mitten in ‚gänzlich wertlosen und abwegigen‘ Auseinandersetzungen stehe ‚wie eine Wunderblume in einem
Sumpf‘.“
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Newton, Sir Isaac
(1642-1726, Physiker, Naturwissenschaftler, Alchemist).
Newtons Geschichte mit dem Apfel, wonach er aus der alltäglichen Beobachtung
des Falls eines Apfels auf die Idee mit der Schwerkraft gekommen sein soll,
ist eine der berühmtesten Geschichten zu den Heureka-Erlebnissen in
der Wissenschaft.
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Poincaré
(1854-1912, Physiker, Mathematiker)
„Später wandte sich Poincaré arithmetischen Fragen zu, ziemlich erfolglos, wie er fand, und ohne auf den Gedanken
zu kommen, dass diese Fragen etwas mit seinen früheren Untersuchungen zu tun haben könnten. Recht verärgert über
seinen Misserfolg, fuhr der Mathematiker für einige Tage an die See, um auf andere Gedanken zu kommen. Und gerade diese
Ablenkung brachte ihm die Belohnung für seine vorherigen Denkanstrengungen: Er erkannte einen lang gesuchten mathematischen
Zusammenhang, den er bislang nicht gesehen hatte. Besonders beeindruckt war Poincaré von der Plötzlichkeit der Erkenntnis.
Er sah darin ein Zeichen für eine lange unbewusste Vorarbeit. Diese unbewusste Arbeit, davon zeigte er sich überzeugt,
spielt bei vielen mathematischen Erfindungen eine wichtige Rolle.“
  
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