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13 Reizwortanalyse.
Methodische Grundlage
Viele Erfindungen waren in der Tat so etwas wie "göttliche Geschenke"
und entstanden dadurch, dass jemand eine zufällige Beobachtung machte,
die sich entweder als Schlüsselbaustein für ein noch ungelöstes
Problem erwies oder die Chance zu einer sinnfälligen Innovation offenbarte.
Tatsächlich stand der Zufall bei weit mehr Erfindungen und Innovationen
Pate, als ihre Schöpfer bereit waren einzugestehen. Und man kann den
Eindruck gewinnen, dass die "Erscheinungen" in unserer Umwelt,
mögen sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein, im
Überfluss Lösungen für unsere Probleme bereithalten
wenn wir nur willens und in der Lage sind, sie wahrzunehmen. In diesem Sinne
will uns die Reizwortanalyse veranlassen, uns mit Dingen und Ereignissen
unseres Umfeldes bewusst und aufmerksam auseinander zu setzen, um in diesen
möglicherweise etwas zu entdecken (ein Prinzip, einen Ablauf, ein Gestaltelement),
das eine Idee anstößt. Die Auswahl jener Dinge, aus welchen wir
Anregungen erhoffen, erfolgt keinesfalls spekulativ, sondern absichtsvoll.
Mechanismen einer zufälligen Wahl sind beispielsweise:
· willkürliches Aufschlagen eines Lexikons mit dem Vorsatz,
das erste Hauptwort von links
oben als "Zufalls-Objekt"
(Reizwort) zu benutzen,
· blindes Tippen auf die ebenso zufällig aufgeschlagene
Seite eines Versandhaus-Kataloges.
Vorgehensweise
1. Sorgfältige Analyse und Definition des gestellten Problems
2. "Abladen" aller spontan verfügbaren Ideen (Kurzbrainstorming)
3. zufällige Sammlung einer kleinen Kollektion (5 bis 7) von Reizwörtern
4. Analyse des ersten Reizwortes (Zufallsobjektes) und Auflistung der dort
gefundenen
· Eigenschaften
· Funktionen
· Abläufe
· Formen
· Gestalten
· Anordnungen
· Handhabungen
5. Rückkopplung (bisoziative Verbindung) der Reizwortelemente zum gestellten
Problem mit der Frage, ob sich daraus Ideen oder Lösungsansätze ergeben.
Je flexibler, vielseitiger und spielerischer diese bisoziativen Vorgänge
erfolgen, desto reichhaltiger und kreativer wird das Ergebnis sein.
6. Wiederholung der Schritte 4 und 5, bis alle Reizwörter durchgearbeitet
sind.
Durchführungsempfehlungen
Bei technischen bzw. körperlich-gestalthaften Problemen sollten die
Reizobjekte möglichst gegenständlicher (einschließlich der
gesamten Natur und ihrer Lebewesen) Art sein, da sich sinnhafte Elemente
(z.B. "Vaterland") sehr häufig nicht mit technischen Gebilden
(z.B. Entwicklung einer Dosiereinrichtung) verbinden lassen.
Bei strategischen, Verhaltens-, Kommunikations- und ähnlichen (nicht-technischen)
Problemen sind Ereignisse und Geschehnisse aus dem Gesellschaftsleben von
Gegenwart und Geschichte als Reizobjekte gut geeignet, ebenso wie z.B. Filme,
Romane, Märchen und Mythen. Die Reizwortanalyse kann sowohl von einzelnen
Personen wie auch von Kreativ-Gruppen angewandt werden.
 
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