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07 Synektik.
Methodische Grundlage
Autor der Methode Synektik ist der Amerikaner William Gordon. Er entwickelte diese Methode 1944 auf der Grundlage intensiver Studien über Denk- und Problemlösungsprozesse. Sie überträgt problemfremde Strukturen bzw. kombiniert sachlich unzusammenhängende Wissenselemente. Dieses heuristische Prinzip ist formal identisch mit der verbreiteten Auffassung über das Wesen kreativer Akte, nämlich der Reorganisation von unterschiedlichem Wissen zu neuen Mustern. Aus diesem Vorgang leitet sich auch der Name der Methode ab: "synechein" (griech.) = etwas miteinander in Verbindung bringen; verknüpfen. Die Synektik sollte in Gruppen angewandt werden, deren Zusammensetzung etwa mit Brainstorming-Gruppen identisch ist. Die Methode gilt als die Kreativitätstechnik schlechthin, stößt jedoch wegen ihres gewöhnungsbedürftigen Verlaufs in der Praxis (aus mangelnder Kenntnis der Wirkungsweise) nicht selten auf Skepsis. Diese Vorbehalte betreffen vor allem die Verfremdungsphase. Sie entspricht im natürlichen, kreativen Prozess der Inkubationsphase. Ausgehend vom Problem spielt die Gruppe dabei eine Stufenfolge von Analogienbildungen durch, über die man sich sachlich immer weiter vom Problem entfernt. Die am Schluss dieser Kette gefundenen Begriffe dienen als Ausgangspunkte für die eigentliche Ideenfindung. Die Rekombination sachlich nicht homogenen Wissens zählt zu den Wesenszügen des kreativen Prozesses. Diese Rekombination soll provoziert werden, indem die Synektik den Kreativen vom Problem weg in völlig andere Sachbereiche führt. Sie fordert dazu auf, Wissen aus diesen Sachbereichen mit dem Ausgangsproblem zu verknüpfen und daraus kreative Lösungsmöglichkeiten abzuleiten. (Dieser Übertragungsschritt wird im Angelsächsischen als "Force-Fit" "Erzwungene Eignung" bezeichnet. Der Problemlöser soll quasi mit Gewalt versuchen, die Eignung einer problemfremden Struktur als Lösungsanalogie zu dem gestellten Problem nachzuweisen.) Die folgende Tabelle zeigt die Ablaufschritte der Synektik. Die einzelnen Phasen orientieren sich am Verlauf eines idealen, ungeordneten kreativen Prozesses. Ablauf der Methode "Synektik"
1. Problemanalyse und definition
2. Spontane Lösungen
3. Neu-Formulierung des Problems
4. Bildung direkter Analogien, z.B. aus der Natur
5. Persönliche Analogien, "Identifikationen"
6. Symbolische Analogien, "Kontradiktionen"
7. Direkte Analogien, z.B. aus der Technik
8. Analyse der direkten Analogien
9. Übertragung auf das Problem - "Force-Fit"
10. Entwicklung von Lösungsansätzen
Vorgehensweise
Die Ideenfindungsphase (Force-Fit; jene Phase, in der die letzten, direkten Analogien mit dem Problem in Verbindung gebracht werden) sollte nach den Regeln des Brainstorming verlaufen. Bei der Durchführung von Synektik ist es äußerst empfehlenswert, den Gesamtablauf also auch den Verfremdungsprozess für alle Teilnehmer sichtbar an einer Tafel, an Flip-Charts oder am Overhead-Projektor zu protokollieren. Dies erfolgt am besten durch den Moderator selbst. Durchführungsempfehlungen
Zweifellos stellt die Synektik höhere Anforderungen an die Anwender als das Brainstorming, da · der Verfahrensablauf durch die vielen Schritte komplizierter ist. · das heuristische Prinzip der Strukturübertragung bzw. -kombination antrainiert werden muss, bis · qualifizierte Moderatoren verlangt werden. · Hemmungen zu überwinden sind, vor allem in der Phase, in welcher persönliche Analogien gebildet werden. Insgesamt gesehen, ist die Methode Synektik relativ trainingsintensiv, und man sollte eine "ernsthafte" Synektiksitzung erst dann moderieren, wenn man sich in einer Reihe von Übungsfällen auf die Besonderheiten dieser Ideenfindungsmethode eingestellt hat. Der versierte Anwender wird sie jedoch als besonders leistungsfähige Methode schätzen, mit der eine Fülle origineller Ideen hervorgebracht werden kann. Zeitaufwand
Eine Synektiksitzung verlangt mehr Zeitaufwand als die Durchführung eines Brainstormings. Einschließlich der Problemanalyse sollte man etwa einen halben Tag ansetzen. Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert, der in Abhängigkeit vom Problem ohne weiteres über- oder unterschritten werden kann. |
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